Ein bisschen verärgert bin ich schon. Plötzlich ohne Ankündigung ändert sich beim Nahrungszufuhr-Schlauch am Button der Anschluss mit der Folge: die "normalen" Spritzen (Luer-Lock) passen nicht mehr. Und die Farbe hat sich auch gewandelt, vom Blau zum Lila.
Lila, dies sei jetzt die Farbe für die Anschlüsse der enteralen Ernährung, also der Magen- oder Dünndarmsonde. Eine Signalfarbe, die gerade im Kliniksalltag wirken soll. Denn durch diesen begründet sich auch die Änderung der Anschlüsse. Die übliche Spritze soll daran nicht mehr passen, zum Schutz des Patienten. Oder eher umgedreht, die Spritze mit Sondennahrung oder aufgelösten oralen Medikamenten kann nicht mehr mit dem Venenzugang verbunden werden. Eine Maßnahme, die eine tragische Vorgeschichte hat. Denn so gab es schon Todesfälle, weil der Inhalt der Spritze für die Magensonde in die Vene gegeben wurde. Etwas, was auch schnell passieren kann, wenn zum Beispiel alle aufgezogenen Spritzen, also auch die intravenösen (i.v.) Medikamente zusammen am gleichen Ort liegen mit den enteralen und diese hinzu unzureichend beschriftet sind.
Ist also das enterale Nahrungssystem nicht mehr kompatibel mit den anderen Zugängen, wie dem intravenösen Zugang, so sorgt dies für ein Plus der Patientensicherheit. Doch der Nachteil wurde uns auch gleich deutlich. Zwei Firmen, zwei verschiedene Systeme, die nicht untereinander kompatibel sind, so unsere Recherche. Dies hätte eigentlich nicht sein müssen. Denn da sehe ich schon Probleme auf uns zu rollen, wenn wir das nächste mal in der Klinik sind. Unser Stammkrankenhaus hat zum Beispiel einen anderen Versorger bei der enteralen Ernährung als unser Kind. Zwei Systeme, die bisher aber an den Anschlüssen kompatibel waren. Fällt dieses "Zusammenspiel" weg, heißt dies dann, unser Kind braucht extra einen neuen Button für den stationären Aufenthalt? Schließlich hat bisher die Klinik die Materialien der Ernährung für den Aufenthalt zu tragen, wie Nahrungspumpe, Schläuche und Spritzen.
Aber es gibt auch einen zweiten Nachteil für uns mit dem neuen System: Hatte man mal die Spritze für die Nahrung vergessen, so konnte man sich schnell bei jeder Apotheke oder Arztpraxis in der Nähe einen Ersatz erbitten, ohne mit Ängsten nach Hause eilen zu müssen. Es war nicht nur praktisch, sondern man fühlte sich sicher damit. Und alle halbe Jahre kam es bei uns schließlich vor, dass man die Spritze aufgrund von Stress und Hektik, bevor die Haustür ins Schloss fällt, vergaß.
Der Vergleich vom alten und neuen Zufuhrschlauch (lila; rechts). Der Pfeil zeigt auf die Konnektor-Stelle hin für die "normale" Spritze. Beim rechten System ist der Eingang ein Milimeter breiter im Lumen (mit dem Lineal gemessen) und somit passt die normale Spritze nicht mehr. Sie schließt nicht mehr ab mit dem Konus und es läuft Flüssigkeit beim Spritzen daneben.


Kommentare
Ein neuer Standard bei der enteralen Ernährung in Lila
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Wenn das so einfach wäre
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Ernährungsspritzen bei niedergelassenen Ärzten?
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Klar, in der Klinik wird es gehen, aber wieso sollten niedergelassene Ärzte Ernährungsspritzen vorrätig haben? Ich werde dafür lieber meine Adapterlösung in den Rehabuggy stecken, um solche Situation zu überbrücken.
Gibt es schon PZN, Namen, usw. für die Spritzen? Haben die jetzt alle Versorger im Angebot? Denn viele sind ja durch die Kasse mit einer Pauschale an eine Versorgerfirma gebunden.
Nach einer Rückfrage bei
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Nach einer Rückfrage bei einem anderen Hersteller von Systemen für enterale Ernährung sind deren Anschlußtyp und Spritzen nicht kompatibel wie mit Convidien.
Wenn jeder Hersteller seinen eigenen "Lila-Standard" fährt setzt man die Patientensicherheit damit gleich wieder auf Null, eben auf den unsicheren "Standard" wie bisher, da auch Kliniken sich dann die nötigen Adapter besorgen, damit Luer-Look wieder passt, weil sie nicht die passenden Spritzen oder Systeme haben. Denn Kliniken schließen in der Regel, so meine Erfahrung, nur mit einem Versorger für enterale Ernährung ihren Vertrag,
Wenn man sich schon auf eine Farbe festlegt, dann hätte man sich auch auf eine Art Anschlußtyp einigen sollen. Problematisch ist dies auch für uns, wenn unser Kind per Notfall in der Klinik einen neuen Button bekommt. Dann passt plötzlich nicht mehr unser Ernährungssystem dran. Somit muss der Button erneut gewechselt werden, was in unserem Fall über 250 Euro kostet an Material und dem Kind eigentlich unnötige Schmerzen bereitet.
Neuer Stand der "Ermittlungen"
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An sich ist ein
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An sich ist ein Sicherheitsstandard mit extra Sondenspritzen empfehlenswert. Die "Unfallgefahr" ist im Stationsalltag schon sehr hoch: "Auf dem Bettschrank vom Pat. X liegt noch das Medikament XY. Gibst du es ihm" und plötzlich liegen dort zwei Spritzen oder es wurde vergessen zu sagen "per Sonde". Da spritzt dann die nette Schwester oder Pfleger es über die Vene ...
Doch wenn man einen neuen Standard nur halbherzig umsetzt, sprich, es gibt kein Zubehör wie Spritzen oder jede Firma macht "ihren" Standard bis auf die Farbe Lila, so sorgt das mehr für Unmut als Akzeptanz.
Aber eine Lösung gibt es und der Artikel dazu liegt schon in der Schublade: Bei Pfrimmer liegt in jedem Sondensystem für die Babyflaschen / Container Nahrungspumpe ein Lila-Adapter bei um das System über den "großen" Zugang am Buttonzufuhrschlauch anzuschließen. Der Adapter leitet auf den üblichen Anschluss einer Standard-PEG-Sonde "um". Daran können dann die blauen oder weißen Adapter zu Luer-Look von Fresenius oder die weißen von Pfrimmer angeschlossen werden.
Vielleicht mal bei Pfrimmer Nutricia anrufen und fragen, ob es diese Lila-Teile auch einzeln gibt. Müsste ja möglich sein.
Finde Adapterlösung nur teuer
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Eine Adapterlösung ist ja
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Eine Adapterlösung ist ja auch nicht Sinn und Zweck einer wirklichen Lösung, sondern wenn dann sollte es dazu auch passende Spritzen geben. Die sollten einheitlich sein. Wenn es dann für alle der gleiche Standard ist, dann sind diese Spritzen sicherlich nicht teurer als die Luer-Lock. Adapter sind eben nur das Ergebnis, wenn jede Firma ihren Standard fährt. Denn auch wenn ihr euren Button bekommt und der verstopft und in der Klinik bekommt ihr einen anderen ...
Das Zugänge vertauscht werden, dies kommt nun mal vor und wenn dadurch dein eigenes Kind stirbt, weil jemand eine fettige Lösung über die Vene gibt und man weiß, über eine anderen Spritzenstandard hätte man es vermeiden können, dass ist dann nicht mehr zu entschuldigen, auch wenn dieser Fehler selten vorkommt.
Ein anderes Problem ist auch, wenn DE nur die Farbe übernimmt, aber innerhalb der EU den "größeren" Standard, dann besteht das Problem weiterhin, da die Firmen nun einmal nicht nur für DE produzieren und sich an den EU-Standard halten werden.
Und das die Adapter dran bleiben, ist mir bewusst, auch das damit das Risiko weiter besteht wie bisher. Für mich ist es nur eine aktuelle Lösung, um weiterhin Spritzen einsetzen zu können. Ich persönlich sehe den Farbwechsel nur als eine halbe Lösung und ich kenne aus meiner beruflichen Erfahrung auch den Stationsalltag als Pflegekraft.
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