Magensaft tritt aus dem Stoma aus (nach PEG-Anlage)

Über das Kontaktformular kam eine Anfrage, die ich gerne beantwortet habe, nur leider war wohl die Email-Adresse falsch angegeben. Ich stelle Frage und Antwort hier nun ein, in der Hoffnung, dass die Schreiberin es liest. (Namen sind gekürzt)

Frage: : Freka PEG Set Gastral CH 15

Meiner Enkelin (2,5 J. Epilepsie und Spastik, schw. behindert) wurde letzte Woche die PEG gesetzt. Trotz geringer Nahrungsmengen und langsamer Gabe lockert sich ständig die Schlauchklemme und der Mageninhalt läuft aus. Die Haut ist stark gerötet, die Ärzte und Schwestern (die Kleine ist noch im KH) ziehen ständig Schlauch nach und die Platte fest. Meine Tochter bat mich, auf diesem Weg anzufragen, ob bei anderen Kindern diese Probleme auch auftraten und wie man sie gelöst hat. Das KH hat jetzt eine Ernährungspumpe eingesetzt, damit hat sich das ganze zwar gebessert durch die geringen Nahrungsmengen, aber auch das ist nicht die Endlösung. Bis jetzt werden Tee, kal. Nahrung und Medikamente gegeben.

Antwort:

Wir hatten tatsächlich ein ganz ähnliches Problem bei der PEG-Anlage, auch eine Freka-PEG, aber CH9. Dabei ist der Magensaft neben dem Schlauch hinausgelaufen und hat damit die Wunde mit dem sauren Magensaft noch zusätzlich gereizt, sodass sie nicht heilen konnte. Auch wir mussten auf Nahrungspumpe mit 24 h Sondieren umsteigen, weil alle größeren Mengen zu mehr Austritt geführt hat.
Unsere These war, dass ein entzündetes Stoma eben größer noch ist und erst nach Abheilen an den Schlauch richtig ranwächst und es dann verschließt.
Damals wurde Antra mups als Säureblocker gegeben, damit der Magensaft nicht mehr sauer ist und damit die Wunde abheilen kann. Außerdem gibt es in der Sondenkindergruppe den Tipp, dass man Ulcogant Gel, das man eigentlich zur Magenschleimhautpflege in den Magen gibt, auf das Stoma macht, dann heilt es auch viel schneller ab.

Hier ist meine Beschreibung damals als Zitat:
"Mit der PEG war ja erst alles ok. Am Freitag war die erste Lockerung und da fing es an! Auch bei L. kommt der Mageninhalt, wenn sie presst, und dass tut sie in ihrer Anspannung sehr oft!, neben dem Schlauch heraus. Mittlerweile haben wir 6-8 Verbandswechsel am Tag... so bekommt man schnell Routine :-/ Das Loch sieht immer größer aus und es war auch mal dunkles angedautes Blut dabei und direkt von der Wunde auch helles. Sie scheint leider auch Schmerzen zu haben, kein Wunder, wenn einem Magensäure durch ne Wunde läuft.

Wir geben momentan per Pumpe die Milch mit 60 ml/h, nur so bleibt anscheinend genug drin, einen Zugang hat sie sich nicht legen lassen! Deshalb leider keine Chance, die Flüssigkeit oder auch Nährstoffe über Tropf in sie reinzubekommen. Nur bei dieser langsamen Einstellung hat sie immer Hunger!! Sie schmatzt den ganzen Tag und ningelt.. Aber immerhin gefällt es ihr wohl etwas, oral ein paar Tropfen Tee oder Karottenbrei zu bekommen."

Ein weiterer Tipp, den wir damals bekamen, war eine Versorgung wie bei künstlichen Darmausgängen. Ich kopiere mal die Mail:
"wir sind gerade wieder raus aus dem Krankenhaus mit der gleichen Problematik. Geholfen hat bei uns die Verwendung einer Stoma Platte. Sprecht mit euren Ärzten, ob es möglich ist bei eurem Kind die Stelle mit einer Varihesive Platte abzudecken. Überlegt mit einem Stomaspezialisten, über eine Abdichtung unter der Platte mit Stomahesive Paste oder Stomahesive Puder. Bei N. ist außerdem die
Magensäure mit Riopan geblockt worden, damit sie nicht so agressiv über die Wunde läuft. Nach unserer Erfahrung mit N. ist es ganz wichtig, die Stelle zunächst dicht zu bekommen. Daher sollte ein Hydrokolloidverbandswechsel nur alle zwei bis drei Tage erfolgen, wenn die Stelle trocken bleibt. Bei N. haben wir am ersten und zweiten Tag unter dieser Behandlung nur dann gewechselt, wenn es wieder durchgenässt war. Nach drei Tagen war die Stelle angeheilt und blieb trocken. Zur Zeit (1 Woche nach Beginn) wechseln wir nur noch alle drei Tage. Der Krater ist fast zugeheilt, es läuft überhaupt nichts mehr daneben.
"

Falls Antra mups gegeben werden soll, sollte man wissen, dass bei behinderten Kindern oft eine höhere Dosis notwendig ist, um ausreichend Säureblockung zu erreichen. Man kann es auch mit pH-Streifen testen, wie sauer es noch ist. Zur Dosierung siehe auch folgenden Link (Beitrag bei REHAkids): Höhere Dosis Omeprazol (z.B. Antra) für beh. Kinder

Wir sind mit Dauersondierung entlassen worden und haben dann täglich um 5 ml/h die Geschwindigkeit hochgestellt, sodass es immer mehr Pausen wurden und wir irgendwann wieder normale Mahlzeiten hatten. Die Zahlen sind allerdings sicher etwas niedrig, da unsere Tochter damals erst 6 Monate alt war.

Ich hoffe, irgendwas von meinen Tipps hilft weiter, vielleicht können Sie sie ja den behandelnden Ärzten dort geben und drücke die Daumen für eine gute Heilung!

Sondenkinder: 

Kommentare

Hallo, arbeite als

Hallo,
arbeite als Heilerziehungspflegerin mit Menschen mit Behinderung und betreue eine Frau mit Trisomie 21, welche seit ca 3 Jahren eine PEG hat. Sie hatte das gleiche Problem,wie Ihre Nichte. Auch bei ihr lief immer Nahrung und Magensaft aus,trotz der Ernährung über den Sondomat und Gabe von Nexium mups und MCP. Ca. 10-20cm um die PEG herum war es immer entzündet und stark gerötet und sie hatte auch immer Schmerzen und egal was wir taten,mit Desinfektionsmittel,ständigem frisch Verbinden etc, nichts half. Das einzige was ihr damals half,war die Neulegung einer PEG an anderer Stelle...Das "alte Loch" heilte dann auch recht schnell. Seitdem hat sie keine Probleme mehr damit und die neue PEG macht ihr keine Probleme.
Finde es gut,das Sie ihrer Nichte auch oral bißchen Tee etc geben,war erst heute auf einer Fortbildung über basale Stimulation in der Pflege und es ist ungeheuerlich wichtig,dass die Menschen welche auf eine Sonde angewiesen sind trotzdem orale Reize erleben dürfen.
Wünsch euch alles Gute

Undichter Button / PEG

Hallo,
bei unserem Sohn (5) ist der Button auch undicht und er bekommt Antra Mups als Säureblocker.
Wie setzt man dieses Medikament wieder ab? Und was gibt es Homeopatisches als Ersatz?
Er bekommt eine ganze Pille täglich also 10m/g.

Das der Button selbst undicht

Das der Button selbst undicht wird mit der Zeit, ist nach unserer Erfahrung normal. Wenn es um den Button undicht, da stellt sich die Frage, ob es noch eine größeren Button gibt (im Lumen) und man diesen vielleicht beim nächsten Wechsel nimmt.

Das Medikament abzusetzen - nun dafür sollte man mit den Kinderarzt Rücksprache halten. Es wurde sicherlich nicht umsonst verordnet. Hinzu kann das Absetzen vom Antra, wenn es mit die Indikation war, die Lebensqualität massiv gemindert werden und auch sollte man eine Säureüberproduktion nicht unterschätzen, da sie die Magenschleimhaut angreift. Wenn man es absetzt, so muss vielleicht auch nach einer Weile kontrolliert werden, ob keine Anzeichen vorliegen für eine Übersäuerung, also kein Sodbrennen, Säure-Reflux, besteht und der Magen nicht angegriffen wurde.

Entzündung im Griff

Wir haben seit fast 2 Monaten auch ne PEG. Da kam auch die ganze Zeit Magensäure und Milch seitwärts raus und es war alles entzündet. auf der Seite, die dem Schlauch abgewand war, bildete sich immer eine Lücke (dreieckig) und da suppte es dann raus. Zuerst haben wir versucht das zu ändern, indem wir die PEG täglich in eine andere Richtung festgeklebt haben, links, rechts oben immer im wechsel. das hat nicht geholfen, das loch ist immer "mitgewandert". Seit 2 Tagen ist das Problem weg, kein Loch mehr, kein Suppen, keine Entzündung, kein Strampeln und keine Schmerzen! Das Zauberwort? --> kolloidales Silberwasser!!! einfach rundrum mit steriltupfer und steriwasser abwischen und dann stieltupfer in Silberwasser eintauchen und rundum wischen und noch einen und damit rundum tupfen. AskinaPad drauf und fertig, ohne Desinfektionsspray (hatten Prontosan c) und ohne Metalline. Ich weis das Zeug ist im Ruf zu den esoterischen Spinnenreien zu zählen, aber für mich zählt im moment nur der Erfolg!!! Vielleicht hilft es euch ja auch, probieren geht über studieren....

Granulationsgewebe

Hallo zusammen!!!

Ich lese mich durch all die Erfahrungsberichte und komme nicht so recht weiter. Seit 1 1/2 Jahren hat Johanna eine PEG und ziemlich viel störendes Granulationsgewebe um die Eintrittsstelle. Durch die Anwendung von Oxyplastine ist das Gewebe trocken geworden und suppt nicht mehr so. Es war auch schon mal ganz verschwunden und nach der Sommerhitze ist es wieder da (trotz 3 - 4 maligen täglichen Verbandswechsel) Johanna (9)  ist sehr aktiv, hat letztes Jahr laufen gelernt und der Verband nebst Schlauch nervt sie (und mich!) total. Button kommt nicht in Frage - wegen des blöden Granulationsgewebes. Und nochmaliges Wegätzen mag ich dem Kind nicht antun. Es hieß zwar immer, das dies schmerzfrei wäre - war es aber dann (zumindes bei uns) wohl doch nicht.

 

Wer hat Erfahrung mit Granulationsgewebe ??? Wie soll man Tee-baumöl anwenden?

 

Grüße, Birgit

Teebaum Öl gibt es bei dm zu

Teebaum Öl gibt es bei dm zu kaufen. Nehmt eine 10ml spritze, konus rausziehen, rote stopfen unten drauf, dann 10ml Aquar mit 1 tropfen teebaum Öl und konus wieder vorsichtig drauf und vor jedem gebrauch schütteln. PEG eintrittstelle mit teebaum Öl Aquar Gemisch und sterilen softkompressen reinigen und gut an der Luft trocknen lassen. Nur mit normalen stomakompressen versorgen, keine metaline oder So. Nochwas: ich habe jetzt bei 3 Kindern durch Wechsel auf prontosan-desinfektionsmittel wildfleisch weg bekommen. In Kliniken wird oft octenisept verschrieben, soll aber laut Hersteller das Material angreifen und somit reizungen machen. Oder euer Kind reagiert allgemein allergisch auf das PEG Material. Hab ich auch schon erlebt. da half kein wegaertzen.erst Mit PEG raus war dann alles gut. Vielleicht auf Button an anderer stelle umsteigen.

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