Caroline wurde in der 35 SSW mit 50 cm und 2720 g per sectio geholt;sofort in Kinderklinik. Dystrophie, Anpassungsstörung und ein offener ASD II. Bereits am 2. Lebenstag lag Caroline an der Sonde wegen auffällig schlechtem Trinkverhalten.


Der ASD wurde weiter beobachtet. Und wir glaubten die Situation unter Kontrolle zu haben. Nach 14 Tagen holten wir unser Mädchen nach Hause. Die Nahrungssituation wurde allerdings nicht besser und Caroline nahm sehr schlecht zu. Nach ca. 4 Monaten wurde zusätzlich noch ein Reflux festgestellt; Caroline spie regelmäßig die Nahrung aus.Was noch zu bemerken war sie schrie und weinte sobald sie die Flasche sah. Der Kinderarzt wies uns in KKH ein.Sonde. Im KKH wurde festgestellt das der ASD verschlossen war und die Nahrung wurde mit Nestargel angedickt. Außerdem wurde das 1. Esstrainung durchgeführt. Die Ärzte meinten schon damals ; schwierige Nahrungsaufnahme mittels Löffel.
Auch nach 3 Wochen stationärer Therapie war nichts verändert: immer noch schreien und weinen beim Essen. Nichts wurde besser; das Trinkverhalten immer schlechter; kein Tee geschweige denn festere Kost. Also nach weiteren 4 Monaten wieder KKH. Diesmal wollten sie was Neues ausprobieren; Zwangsernährung! Das Kind würde dann irgendwann sein Wiederstand aufgeben. Das Problem war eigentlich nur das Caroline nicht aufgab. Caroline schrie schon wenn sie mich nur sah. Irgendwann habe ich dann auf eigene Verantwortung damit aufgehört. Alles was Caroline brauchte habe ich mittels Mixer in Flaschengerechte Form gemacht; ob Obst oder Butterbrote oder sonst was. Das brachte dann auch kurzzeitig Besserung; Caroline nahm zu und auch das Trinkverhalten stabilisierte sich.
Nach ein paar Wochen aß Caroline dann auch vom Löffel bis wir eine heftige Magen - Darm Grippe bekamen. Dann kam der komplette Einbruch. Mit 4 mal täglich 25 ml Flasche (sonst nichts) wurde Caroline diesmal in die Kinderklinik Bethel eingeliefert. Dort kam Caroline wieder an die Sonde aber diesmal Langzeit. Erwähnenswert war das ich während der Sondenzeit von ihr getrennt wurde um die Situation zu entspannen. Nach 20 Tagen war es geschafft; Caroline erkannte uns nicht mehr. Wir waren geschockt und wurden sofort wieder in die Nahrungsaufnahme integriert. Caroline war mittlerweile 10 Monate alt (5910g) und konnte nichts; sie lag einfach nur da ohne sich groß zu bewegen. Nach 52 Tagen (10 davon ohne Sonde) wurde Caroline entlassen und das Wunder geschah; Caroline nahm festere Kost zu sich.Immerhin für 3 Wochen und dann war es wieder vorbei. Alles wieder durch den Mixer. Bedingt dadurch das Caroline auch kaum Flüssigkeit zu sich nahm hatten wir auch zusätzlich noch mit massiven Verdauungsproblemen zu kämpfen. Die wurden dann durch Medikamente gesteuert. Irgendwann verweigerte Caro dann die Flasche ganz und begann zu Essen. Wir waren erleichtert. Sie aß zwar wenig aber immerhin. Allerdings durfte sie dabei nicht gestört werden; kein Besuch, kein Telefon, keinerlei Geräusche, eben nichts. Das konnten wir gut akzeptieren. Sobald einer dieser Faktoren auftrat war es vorbei und sie reagierte mit Abneigung und totaler Verweigerung sogar mit Erbrechen.Das ist auch heute so; Phasenweise isst sie richtig gut und dann alles nur noch püriert. Sobald ein Klümpchen ertastbar wird es in Backe gesammelt und später ausgespuckt.
Bei einem weiteren stationären Aufenthalt im April diesen Jahres (zusätzlich kam Asthma hinzu) wurde uns Prof. Dr. Limbrock vorgestellt. Er untersuchte Carolines Mundmotorik. Er meinte es wäre eine ausgeprägte Essverhaltensstörung die stationär in einer Kinderpsychatrie behandelt werden müßte. Die Untersuchung zeigte sich schwierig; Caroline erbrach sich sofort. Organisch wurden keinerlei Ursachen für Ihre Essstörung festgestellt. Mittlerweile besucht Caroline einen integrativen Kindergarten (damit sie das Essen bei anderen Kindern abschaut) und bekommt Heilpädagogik da ihre Entwicklung in vielen Bereichen verzögert ist. Mittlerweile ist Caroline schwerbehindert mit dem Kennzeichen "H".

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